Archiv: September 2014

Reinhards Bild: ‚Das Paradies‘

12.09.2014 Maler und Ausstellungen, Projekt Highlights, Texte zur Kunst 1 Kommentar

Paradies

Die Mona Lisa von Paraguay

Wie wohl viele meiner Mitmenschen ging ich früher davon aus, dass echte Kunst unerschwinglich sei und schmückte deshalb die Wände meiner Wohnung mit Drucken aus dem Möbelkaufhaus. Weitaus teurer übrigens als die Kunst von der Stange waren die dazu erworbenen Rahmen, teilweise 10-fach teurer als die „erworbene Kunst“. Also: 10 -20 EUR für das Poster, dagegen 100 -200 EUR für den Rahmen. Und wenn schon ein Rahmen so teuer ist, meine Überlegung, was muss dann erst echte Kunst kosten. So waren nach meiner damaligen Auffassung richtige Bilder nur mehr was für Sammler, Museen etc.

Irgendwann jedoch blieb der Blick in einer Ausstellung an einem Preisschild hängen und das Erstaunen war groß, weil nämlich Unikate zum Teil für Preise ab Kunstdruck plus Rahmen feilgeboten werden. Dies zwar ohne Rahmen, aber braucht denn gute Kunst einen Rahmen, wenn die Wände sauber sind und nicht von der Kunst ablenken? Erstaunlich war zudem, dass selbst große Formate zu teilweise recht erschwinglichen Preisen angeboten werden, zumindest wenn keine Galerieaufschläge dazu kommen. Da kann man schon schwach werden und die Anschaffung von Originalen ins Auge fassen.

Vor diesem Hintergrund informierte ich mich aufgrund der Zusammenarbeit mit Malern in der Künstlergruppe Falter auf deren Webseiten über Angebote und wurde bei Reinhard Frotscher fündig. Bei ihm entdeckte ich das Bild einer die linke Brust zeigenden, geheimnisvollen Frau mit dem unergründlichen Lächeln einer Mona Lisa. Vier Tiere finden sich mit ihr im Bild, ein Gürteltier, dahinter die Köpfe von Papagei, Tukan und Delfin. Wegen ihrer Gesellschaft mit vier Tieren, symbolisierend Erde, Wasser und Luft erregte die Dame gleich mein Interesse. Dazu versinnbildlicht die Haube der Dame mit in drei Himmelsrichtungen auf- und seitwärts weisenden „Feuerzungen“ zugleich das vierte Element, nämlich das Feuer. Natürlich spricht aus dem Gesamtwerk zusätzlich Mütterlichkeit, aber mit den Feuerzungen zeigt die Dame ebenso weibliche Leidenschaft, Sexualität und bleibt dennoch madonnenhaft unnahbar. Mich erinnerte sie unmittelbar an den 6. Spruch des Tao-Te-King, indem es zur Herrin der Tiere heißt:

„Die Gottheit des Quelltals ist todlos, das ist die dunkle Tiergöttin. Der dunklen Tiergöttin Schoß ist Himmels und der Erde Wurzel. Wie endloser Faden verharrt sie und wirkt ohne Mühe.“

Eine Herrin der Tiere, die höchste schamanische Gottheit fand sich hier also in einem Bild, das von seinem Schöpfer wohl ohne fundierte Kenntnis tiefster Hintergründe den Titel „Paradies“ erhalten hatte. Meine vorsichtige Anfrage: „Ist das Bild noch da?“ brachte den Maler dazu, in seiner Garage zu stöbern und – es fand sich ein! Weil es aus seinem Schaffen so unglaublich weit herausragt – ach, das darf ich ja nicht sagen – weil es etwas ganz Anders ist als die meisten seiner übrigen, meist abstrakteren Werke, fand sich offenbar in den letzten 25 Jahren kein Interessent für das Bild. Mir kam das gleich so vor, als wenn das Bild nur für mich gemalt worden wäre, einen Mystiker zwar, dennoch Jemanden, der Inhalt und Wert des Kunstwerks erkennen kann. Ganz offenbar war es in der richtigen Atmosphäre in Südamerika einzig deshalb erschaffen worden, um danach 25 Jahre zu ruhen, bis sich mein Kopf und mein Herz entwickelt hatten, dass sich Reinhards und mein Weg kreuzten durften.

Zum Kurs: Was soll ich sagen, ich hätte ja fast jeden Preis bezahlt, aber das darf ich Ihnen natürlich nicht erzählen. Jedenfalls wurden wir uns unerwartet schnell einig. Schwindelerregend niedrig war seine Forderung für die schamanische Herrin der Tiere, gleichzusetzen mit der mystischen Mutter der Welt, einer alle vier Elemente und alle vier Richtungen symbolisierenden, christlichen Madonna, der „Mona Lisa von Paraguay“. Ich glaube, dass auch Reinhard gleich begriff, dass das Bild bei mir in mehr als guten Händen sein wird. Und jetzt ist sie da und sie ist tatsächlich unglaublich, Leute, sie hat mein Herz angerührt. Sie ist aus Reinhards Garage weg und hat nun ihren Platz gefunden, mitten in meinem Leben, am Esstisch in meinem Wohnzimmer. Jetzt sehen wir uns jeden Tag und sie sieht alles, weil sie wie christliche Marienfiguren mit parallel gemaltem Blick, mich in allen Winkeln meines Wohnzimmers entdecken kann. Und dennoch ist mir das nicht unangenehm, weil ich als Mystiker ohnehin bereits längst bei ihr, der Mutter der Welt angekoppelt habe. Diese Mutter allen Lebens hat damit nun ein Gesicht für mich, nachdem sie lange nur einen Platz in meinem Kopf und meinem Herzen hatte. Danke, Reinhard.

‚Friday Nights‘ zur ‚Karibischen Nacht‘ am 16.08.2014

04.09.2014 Musiker und Konzerte, Projekt Highlights, Showroom Marktkarree Keine Kommentare

Die Gruppe Friday Nights im EG des Karrees

Die Gruppe Friday Nights im EG des Karrees

Völlig überraschend tauchten Sigi, Manni & Co. mit Equipement zur Karibischen Nacht bei uns auf und spielten zur Vernissage der Ausstellung „Mensch“.  Es war nicht der erste Auftritt von Musikern bei uns: Schon zu unserer ersten Ausstellung hatte uns Franzi Rockzz mit einigen eigenen Stücken musikalisch unterstützt.