Das Märchen von Goethe

schrieb am 18.01.2017 - Metaphysik-Literatur-Installation, Showroom Marktkarree - Noch keine Kommentare

Das Märchen von Goethe zählt zu den rätselhaftesten Schriften der Literaturgeschichte. Dazu der Autor selbst: „Es ist zugleich bedeutend und deutungslos.“ Letzteres war es jedenfalls für seine Zeitgenossen. Inzwischen lässt es sich jedoch auflösen.

Beginnen wir mit einem Auszug, über den viel gerätselt wurde: „Wie dem auch sei“, sagte die Schlange, „der Tempel ist erbauet.“ – „Er steht aber noch nicht am Flusse,“ versetzte die Schöne. „Noch ruht er in den Tiefen der Erde“, sagte die Schlange, „ich habe die Könige gesehen und gesprochen.“ Aber wann werden Sie aufstehn?“ fragte Lilie. Die Schlange versetzte: „Ich hörte die großen Worte im Tempel ertönen: >Es ist an der Zeit<.“ (Der Satz stammt also von Goethe und wurde von der Friedensbewegung nur aufgenommen.)

Das Märchen von Goethe - Rätsel und Lösung

Der Tempel symbolisiert das Ende der Religionen

Nachdem sich der Tempel verwandelt und aus der Erde aufgestiegen war, erschien das Volk. Sie sehen übrigens den Tempel links. Er steht am Strom der Käufer (Fußgängerzone) in der Langenfelder Innenstadt. Doch weiter im Text:

„…und das Volk zerstreute sich in dem Tempel, seine Neugierde zu befriedigen. Es betrachtete die drei aufrecht stehenden Könige mit Staunen und Ehrfurcht, aber es war desto begieriger zu wissen, was unter dem Teppiche in der vierten Nische für ein Klumpen verborgen sein möchte; denn, wer es auch gewesen sein mochte, wohlmeinende Bescheidenheit hatte eine prächtige Decke über den zusammengesunkenen König hingebreitet, die kein Auge zu durchdringen vermag und keine Hand wagen darf, wegzuheben.

… Unvermutet fielen Goldstücke, wie aus der Luft, klingend auf die marmornen Platten, die nächsten Wanderer stürzten darüber her, um sich ihrer zu bemächtigen,… Man begreift wohl, dass die abziehenden Irrlichter sich nochmals eine Lust machten und das Gold aus den Gliedern des zusammen- gesunkenen Königs auf eine lustige Weise vergeudeten… Endlich verlief es sich allmählich, zog seine Straße, und bis auf den heutigen Tag ist der Tempel der besuchteste auf der ganzen Erde.“

Lösungen zu: Das Märchen von Goethe

Zu den Goldstücken siehe das Märchen „Die Sterntaler“. Es findet sich links neben dem Eingang. Und zu den Königen:
Laotse ist der Weise des goldenen Zeitalter, der goldene König. Zu seiner Zeit beherrschte Religion noch nicht alle gesellschaftlichen Bereiche. Persönliche Entwicklung war noch möglich.
Goethe war der silberne König, ausgestattet mit allen Tributen der Macht, denn jeder weiß, was wir an ihm haben.
Der dritte, der eiserne König, war Friedrich Nietzsche, derjenige, der die Käule schwang.
Und der vierte König schießlich, der zusammengesetze König, war der letzte Prophet. Der verwandelte nur ein Schlüsselerlebnis in „Gold“ (die Goldader, die ihn durchzieht) und den Rest seiner „Kindheitswunder“ leider nicht in Weisheit.
Beleuchtet wird das Alles vom Alten mit der Laterne, dem Unterzeichner. Der ist selbst ein Rätselmeister, wie die drei erstgenannten.

Damit noch zu einigen Bildern des Tempels und seiner Erbauung, der tatsächlich aus einer zusammengeschobenen Metaphysik-Literaturinstallation ans Fenster rücken musste. Als wenn das Märchen von Goethe eine Vision seines Autors gewesen wäre, weil dieser die Installation beim Falter voraus ahnte …

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