KURATORinnen bei FALTER

Zum Sinn eines Kurators

Das Wort Kurator stammt ab vom lateinischen Wort curator (Pfleger, Vertreter oder Vormund) sowie von curare (Sorge tragen, sorgen um). Als freien Kurator bezeichnet man im zeitgenössischen Kunstgeschäft einen Ausstellungsmacher, der außerhalb eines Museums oder einer wissenschaftlichen Sammlung Ausstellungen organisiert. Spannend ist aber auch eine Definition, wie sie der Mexikaner Cuauhtémoc Medina gibt: “Der Kurator sei eine Art Frankenstein‘sches Monster, ein zusammengeflicktes Konglomerat verschiedener Berufe, für die er in den meisten Fällen keinerlei professionelle Ausbildung besitzt: Kunstkritiker, Fundraiser, Kenner, Künstler, Händler, Kulturpolitiker, Museumsgestalter, Archivar, Impresario, Historiker, Aktivist, Theoretiker, Fan, Sekretär und Sparringspartner. Insofern sei der Kurator in seiner heutigen vielgestaltigen Ausprägung ein typisches Produkt der Postmoderne, eine multiple Persönlichkeit ohne stabile Identität, beispielhaft für die „Entprofessionalisierung“, für das Gegenteil des akademisch Erlernbaren.”

Für die FALTER- Ausstellungen haben wir uns auf zwei Ausstellungsmacher geeinigt. Gegenwärtig: Peter P. und Reinhard F.

Aufgabe

Die Ausstellungsmacher haben das Mandat und den Anspruch: Ein Thema, die Teilnehmer einer Ausstellung, die entsprechenden Arbeiten auszuwählen und zusammenzustellen, dann die Ausstellung zu gestalten und schließlich die vereinbarten Leistungen nachzuhalten. Für die Beurteilung von Qualität der Arbeiten, deren künstlerische Aussage und die Zusammenstellung verschiedener Arbeiten gibt es keine feststehenden oder messbaren Kriterien. Darüber muss man in jedem Fall sprechen und sich einigen.
Es ist unbestreitbar, dass die meisten der FALTER-Künstler keine akademische Ausbildung oder umfassende Ausstellungserfahrung haben, also im Bereich Hobby-Künstler anzusiedeln sind und eben auch deshalb bei FALTER mitarbeiten wollen. Aus diesem Grunde sollten die Kuratoren weitmöglichst sicherstellen, dass die vorhandenen Potentiale herausgestellt und im geeigneten Kontext gewürdigt werden. FALTER soll KEINE Plattform für Kitsch und Kaufhauskunst sein. Sicherstellen sollen die Kuratoren auf jeden Fall, dass nicht jeder und alles ein Anrecht haben, ausgestellt zu werden. Dies zu leisten ist die schwierigste Aufgabe der Kuratoren und ohne Zweifel konfliktgeladen. Die bemerkenswerte Installation mit dem Thema: „ KUNST – KEINE KUNST“ von Helmut Dunkel und Pepe macht das Dilemma deutlich.
Aus der Gruppe der Ausstellungswilligen und der vorgeschlagenen Werke wählen die Kuratoren nach ihrem Verständnis die besten und für die Ausstellung geeigneten aus. Auch wie und wo gehängt wird und wo Objekte und Möbel (Büchertische etc.) zu stehen kommen, entscheiden die Kuratoren. WENIGER IST MEHR! Der Raum soll auf keinem Fall zu vollgestopft werden. In der Regel erweckt bei den Besuchern nicht die Masse der Exponate die Aufmerksamkeit, sondern einzelne, hervorstechende Werke.

Nebensätze

KUNST- KEINE KUNST
Einige grundsätzliche Fragen oder Gedanken: Kann denn überhaupt an einem Bild etwas falsch oder schlecht sein? Wo ist die Grenze zwischen Kitsch und Kunst. Und wenn man das nicht klar unterscheiden kann oder wenn die aktuelle Modeströmung alles wieder umwirft, welche Konsequenzen hat das für den Kurator und erst recht für den Ersteller des Werkes?

Es ist zweifellos denkbar, dass ein Künstler seine Fähigkeiten nutzt, um Gedanken zu verschlüsseln und sie so nur Eingeweihten zugänglich zu machen. Genauso ist es Gang und Gäbe, dass Belanglosigkeit und Beliebigkeit durch den Kunstkritiker zum geheimnisvollen Meisterwerk hochstilisiert wird. Auch geschieht es immer wieder, dass Kitsch höchste Preise erzielt und Manga zum Kulturgut wird.

Man sollte vermuten, dass beim Bildermachen, gleich ob abstrakt oder gegenständlich, realistisch oder irreal, es sich immer um ein Bild handelt, dem ein Mensch mit ernsthaftem Einsatz seiner Fähigkeiten seine Form und seinen Inhalt gibt. Was auch immer der Betrachter sehen und erkennen mag, kann dann immer etwas anderes sein, als der Erfinder des Bildes im Sinn hatte. Und niemand kann den Künstler zwingen, seine Gedanken, die ihn beim Machen des Bildes begleitet haben, preiszugeben. Somit bleibt es jedem Betrachter und besonders den Kuratoren überlassen, die eigenen Gefühle oder Ansichten, was das Kunstobjekt betrifft zu entwickeln und auch, davon abgeleitet, eine Meinung über das Subjekt, nämlich den Künstler zu bilden.

Da steht der Kurator oft bei der Suche nach der Exzellenz des Künstlers und muss sich detaillierte Ausführungen über Technik, Material, Malgrund und Farbwahl anhören. Dies ist wohl für die Einschätzung der handwerklichen Leistung des Autors des Werkes interessant aber für die Beurteilung der künstlerischen Qualität des Werkes hier wohl nicht gefragt.

Regeln für die Auswahl der Bilder einer Ausstellung gibt es einfach nicht. Aber die Kuratoren streben für die Ausstellungen an:
Innovative Beiträge
Werkgruppen mit formaler und inhaltlicher Kontinuität, d.h. Beiträge zu einem Thema, einem Inhalt oder einer formalen Einheit. Das kann Format, Technik, Material etc. bedeuten
Arbeiten mit Wiedererkennungsmerkmalen, Persönlichkeit gilt, nicht Beliebigkeit.
Die besten Arbeiten des Künstlers, nicht alles was er hat.

Also: bei aller Bescheidenheit, wir versuchen unser Bestes, der Falterkunst einen nachhaltigen Platz im Langefelder Kulturleben zu schaffen, durch Qualität und Kontinuität.

UNSERE CHECKLIST

Ausstellungsplanung
Mittelfristiger Ausstellungsplan (liegt für 1. Halbjahr 2015 vor)
Anmeldung der Ausstellungwilligen mit Bildmaterial (Formular benutzen)
Auswahl der Teilnehmer und Arbeiten, es besteht kein Anspruch auszustellen
Verbindliche Terminabsprachen
Abhängung und besenrein der vorherigen Ausstellung
An- und Abtransport der Exponate
Endgültige Auswahl und Positionierung der Arbeiten durch die Kuratoren
Aufbau durch den Aussteller
Vernissage, Akt, Bewirtung
Verbindliche Ausstellungsbetreuung durch ALLE Faltermitglieder
Öffentlichkeitsarbeit (Gremium)
Pressearbeit durch Gremium für Öffentlichkeitsarbeit
Beiträge der Aussteller nach Absprache
Plakate und Flyer
Einladungen, persönlich, verschicken
Kontakte zur Stadtverwaltung
Ausstellungsfläche
wieviel Wandfläche steht zur Verfügung
Aufteilung der Wandflächen pro Aussteller (kann sehr unterschiedlich sein)
Objekte frei aufgestellt, Podeste
Gestaltung des Eingangsbereichs, Schaufenster, Außenbereich
Spiegelkammer
Ausstellungsmöbel
Tische, Gestelle für Bücher
Ablagen für Prospekte
Podeste für Objekte
Stühle für Lesungen
Podest für Gästebuch
Versicherung der Arbeiten
zu Lasten des Ausstellers
die Ausstellungsbetreuung ist zuverlässig aber haftet nicht.

Langenfeld 6.12.2014, Copyright:  Reinhard Frotscher, Strategiegruppe

Zurück zur Seite: „Gruppe Falter