Archiv: Juni 2018

Traurige Nachrichten, Gründer der Falter verstorben

17.06.2018 Allgemeine Themen, Falter-Geschichte Keine Kommentare

Todesanzeige für den Faltergründer Claus-Peter Peters Pepe

Nur einen Tag vor unserer letzten Ausstellungseröffnung erreichte uns die Nachricht vom plötzlichen Tod Claus-Peter Peters, unserem Pepe, Er war der Gründer und spiritus rector der Künstlergruppe Falter.
Trotz des Schocks und der alles überdeckenden Traurigkeit wurde beschlossen, die Ausstellung wie geplant zu eröffnen. Wir denken, dass wir damit in Pepes Sinne gehandelt haben.
Vor 6 Jahren hätte man nicht ahnen können, was durch Pepes Vision entstanden ist. Er selbst hat damals festgehalten und das sind jetzt seine Worte:

(Zitat Anfang)
Die „Interessengemeinschaft Kunst-Literatur-Musik“, wurde im September 2012 aus der Taufe gehoben.
Das erste Treffen fand (wie auch das zweite) im „Café New York“ statt. Außer dem Gründer erschien, trotz des reservierten großen Tisches zunächst niemand. Erst nach einer Stunde tauchte Helmut Dunkel auf, small-talkte eine Weile und verschwand dann wieder. Auf dem Weg in den „Flohmarkt“ lief mir schließlich das dritte Gründungsmitglied, Peter Plattke, über den Weg, entschuldigte sich für das zu späte Erscheinen, worauf wir neben seiner Musikalienhandlung noch ein Freundschaftsbier vernichteten.
Auch die weiteren Treffen waren, trotz der Ankündigungen: „Ich komme vorbei“ eher schwach besucht.
Eigentlich wollte ich das Projekt schon wieder einstampfen, wurde dann allerdings durch den Zuspruch von Marion Schreiner, Alex Wolfart, Jutta Stichnoth, Franzi Rockxx, Simon Krebs, Peter Plattke, Peter Pietralczyk, Stefan Henne, Reinhard Frotscher und – last but not least – Helmut Dunkel daran gehindert.
Dazu gesellten sich diverse „stille Beobachter“, die der Gruppe gutes Gelingen wünschten, es dennoch vorzogen (und auch weiterhin vorziehen), uns wohl gesonnen aus der Ferne zuzusehen. Beim dritten Treffen trug jemand vor, dass wir doch eine Gruppe mit Herzblut seien, die einen Namen braucht. Da zuvor bereits der Name „Falter“ gefallen war, der von schöner Blüte zu schöner Blüte fliegt, erinnerte ich an den „Blutbär“, einen seltenen, einheimischen Schmetterling. Der rot-schwarze „Jakobskrautbär“, so sein zweiter Name, ernährt sich von eben jenem Giftkraut und ist daher für Fressfeinde ungenießbar.
So wurde der Name „Falter“ als der eines von Blüte zu Blüte fliegendem schönen Insekts angenommen, der rot und schwarz gefärbt an den in Langenfeld vorkommenden, jedoch seltenen „Jakobskrautbär” erinnert und zugleich für die Gruppe symbolisiert, dass sie sich nicht von Dritten vereinnahmen lässt. Wir sind also allesamt von ungewöhnlich hübschem Aussehen, daher auch eher seltene Kreaturen, werden als Künstler von den schönen Dingen angezogen, sind eigenständig und lassen uns nicht auffressen, die „Gruppe Falter“ eben.
Hier endet das Zitat

Aus den bescheidenen Anfängen ist nun eine starke Gemeinschaft entstanden mit nunmehr bereits 27 Ausstellungen im Marktkarree und weiteren als „Falter Unterwegs“, mit monatlichen Lesungen auf dem Grünen Sofa im Haus Arndt und jeden Monat musikalischen Auftritten auf der Offenen Bühne des Marktkarrees. Somit ist der Falter inzwischen fest im Langenfelder Kulturleben etabliert.

Pepe hat- wohlgemerkt neben seiner Vollzeitbeschäftigung in einem Düsseldorfer Unternehmen-
ein umfassendes literarisches Werk geschaffen, das sich u.a. detailliert mit der Interpretation der Weltreligionen auseinandersetzt, Neues zur Langenfelder Stadtgeschichte beiträgt aber auch mit seinen Langenfeld-Krimis eine ganz andere, amüsante Seite seiner Arbeit aufzeigt. Und immer blieb ihm noch Zeit für den Falter:

* Pressetexte hat er geschrieben und verteilt,
* Die home-page auf den Weg gebracht,
* Interessante Falter Blogs verfasst,
* Strategien entwickelt
* Eröffnungsreden gehalten,
* unsere monatlichen Treffen geleitet,
* sich selber auf das grüne Sofa gesetzt und aus seinen Schriften vorgelesen
* uns allen im Flohmarkt einen Platz am Stammtisch freigehalten
* alle Veranstaltungen begleitet und fotografiert
* alle Falter-Aktivitäten in Bildbänden festgehalten
* und schließlich hat er sich an vielen Ausstellungen mit eigenen Büchern, Fotografien und innovativen Installationen beteiligt.

Seine Installation „Die Himmelsleiter“ die er kurz vor seinem Tod im MarktKarree fertiggestellt hat, verweist darauf, dass er sich nicht nur mit dem Diesseits, sondern auch intensiv mit dem Jenseits beschäftigt hat und er rät uns allen, uns rechtzeitig selbst um unser Seelenheil zu kümmern.

Wir haben mit Pepe nicht nur einen großen Visionär, Philosophen und Kulturschaffenden verloren, sondern auch einen guten Freund und einen ganz besonderen Menschen.
Wir alle schulden ihm großen Dank.